Anders Möhl

 

Atelier:

Nürnberger Straße 38
90762 Fürth

 

Privat:

Wilhelm-Spaeth-Straße 18

90461 Nürnberg

 

Kleines (vorläufiges) Lexikon der Bildenden Kunst und des Scheiterns darin*

 

 

Adoleszenz – findet bei Künstlern nicht statt. Trotzdem sind sie (zumeist) Zeugungsfähig

 

Akademiestudium – Legitime Möglichkeit, die Pubertät um bis zu sechs Jahre zu verlängern (bei einer Lehrtätigkeit sogar bis zum Erreichen des Rentenalters)

 

Aktstudium – Partnerschaftsbörse (Picasso und eigentlich alle anderen auch)

 

Alkohol / Drogen (siehe Rentenalter)

 

Alltag – findet zumindest bei Künstlern nicht statt

 

Alter – Im Gegensatz zu dem Künstler altert Kunst nicht. Was natürlich gelogen ist. Würden Sie einen Blick in die Museumsdepots werfen können, wären Sie überrascht, wie schnell einige Kunstwerke hinfällig werden. Mancher Künstler hält sich da besser

 

Anachronismus – in der Kunst einst Schimpfwort, gereicht heute ab und an zum Lob – dem Herren sei Dank!

 

Aquarellmalerei – nicht das Einzige, was Hitler nicht beherrschte (trotzdem hätte er dabei bleiben sollen)**

 

Armee – war einst der Grund, dass die "Beatles" Liverpool verliessen und nach Hamburg kamen, bei der heimischen Band "Rattles" im Vorprogramm spielten, die widerum die Zeichen der Zeit nicht erkannten, einberufen wurden und seitdem folgenfrei auf Bierfesten aufspielen. Bildende Künstler zogen einst, um den Wehrdienst zu entgehen, nach (West-) Berlin. Dort hörten sie David Bowie, lernten eigenwillige Drogen kennen und rissen nichts. Der Hamburger "Starclub" ist inzwischen planiert, der Wehrdienst abgeschafft. Gerne würde ich Zusammenhänge festmachen, allein es gelingt nicht (siehe Berlin)

 

Armut – stets selbstverschuldet (man hätte ja reich einheiraten können)

 

Art-Magazin – wer liest das eigentlich (und warum)?

 

Auslandsaufenthalte – jede Krisenregion dieser Welt ist geeignet (ideal: Diktaturen kurz vor/nach deren blutiger Zerschlagung)

 

Auslandsausstellungen – die Würze einer künstlerischen Biografie (in der Dritten Welt, z. B. USA oder Albanien, sind die Gebühren für Ausstellungen in einer drittklassigen Galerie oft überraschend niedrig)

 

Ausstellungshonorare – eine wichtige kulturpolitische Forderung (nur wer soll sie zahlen, der Künstler oder der Galerist?)

 

Ausstellungspraxis (1) – ohne Probleme zu erlangen (Kneipe oder Dorfsparkasse, was zählt mehr?)

 

Ausstellungspraxis (2) – 

 

Berlin – Einst Zuflucht (Westberlin) der Wehrdienstflüchtigen, nun Brennpunkt der Kultur. Die Kneipenschlußzeiten führen allerdings dazu, dass Bildende Künstler sich kaum anders als verbal (undeutlich, aber mit großer Vehemenz) ausdrücken. Ein befreundeter Kunstsammler meinte vor Kurzem zu mir: "warum gehen all die Künstler nach Berlin, London oder New York. Da ist das Essen schlecht und teuer, die Mieten unerschwinglich, ihre Chancen gehen gegen Null. Warum nicht nach Madrid oder Barcelona, da sind immerhin das Wetter und das Essen besser..."

 

Berufen – fühlen sich viele (aber nur die Berufung an eine Akademie zählt – Besoldung nach BAT!)

 

Beuys ­– muss für alles herhalten

 

Bonn – erstaunlich weit weg von Köln/Düsseldorf

 

Bundesweiter Wettbewerb von Studierenden der deutschen Kunsthochschulen – ein guter Grund, mal wieder Urlaub im schönen Rheinland zu machen (ich empfehle eine Anreise samt Übernachtung in Andernach ­– es besteht die Möglichkeit, mit dem Partner des Herzens und ein paar Flaschen guten Rieslings auf einem der Rheinanleger eine unerhörte wie unvergessliche Nacht zu verbringen)

 

Chance – wittert jeder Künstler bei jeder sich bietenden Ausstellungsmöglichkeit. Warum wären Kneipen / Arztpraxen / Sparkassen / Seniorentreffs / Bürogebäude etc mit allerlei künstlerischen Firlefanz ausgestattet?

 

Chaos – herrscht bei der Abgabe von künstlerischen Arbeiten zu niedrig dotierten Wettbewerben (zu hoch dotierten wird man eingeladen, dort herrscht entsprechend weniger Unruhe)

 

Charakter – verhindert, das erfolgreiche Künstler ihre weniger erfolgreichen Kollegen protagieren

 

Da Vinci, Leonardo – muss herhalten, wenn Künstler ihr Fachgebiet verlassen und ihr Scheitern schönreden (Universalgenie)

 

Demut / Herzensbildung – fehlt den Kollegen allesamt

 

Dilletantismus – man muß kein Dilletant sein um Dilletantismus in der Kunst zu erkennen

 

Druck (1) – bietet die Möglichkeit, Belanglosigkeiten in unendlicher Auflage (Hundertausendwasser) unter das Volk zu bringen, oder bei ausbleibenden Erfolg die Altparierhändler fröhlich zu stimmen

 

Druck (2) – herrscht immer und überall

 

Erfolg / Misserfolg in der bildenden Kunst – was empfiehlt sich für wen?

 

Fachoberschulen / Volkshochschulen (1): Schüler – wer es bis dahin geschafft hat ist zweifellos Künstler!!! (Ohne diesen Aufwand allerdings auch, siehe Beuys)

 

Fachoberschulen / Volkshochschulen (2): Lehrende – man hätte auch jederzeit Professor werden können, hat es aber nicht nötig

 

 Fachwissen, fundiertes (1): Kunstbetrachter – Sonntagsbeilagen beliebiger Tageszeitungen***

 

Fachwissen, fundiertes (2): Kunstschaffende – Kunstforum***

 

Feuilleton (1): regional – warum schreiben die netten Damen und Herren nicht für die internationale Presse?

 

Feuilleton (2): überregional – wann melden sich die Idioten endlich einmal?

 

Freigeist – jaja, der Freigeist...

 

Freiheit, künstlerische – steht zu Recht im Grundgesetz – wird allerdings zumeist von denen gefordert, die Freiheit und Freibier verwechseln

 

Freunde, gleichgesinnte – hat jeder, auch der Künstler (allerdings gerne aus anderen Fachbereichen wie Literatur, Schauspiel, Musik, Tanz, Müßiggang ...)

 

früher (1) – war einiges einfacher. Da hat man die Künstler noch an ihrer Baskenmütze erkannt

 

früher (2) – war alles besser. Diese These stellte schon Casanova (1725-1798) in seinen lesenswerten Memoiren (Geschichte meines Lebens) auf. Ich nehme an, dass schon die Menschen der Steinzeit ähnliches gegrunzt haben. Sollte ein Künstler in Ihrer Nähe diesen Satz in den Mund nehmen, zögern Sie nicht diesen zu stopfen: Kaufen Sie ihm eine Arbeit ab, dass er an alte Erfolge anknüpfen kann...

 

Geld – die erste Milliarde ist die schwerste. Andererseits hätte man ja auch Drogenbaron / Waffenhändler oder Reeder werden können

 

Genie – eine eher seltene Gabe (da Vinci, Beuys, Möhl ...), wird aber eigenartigerweise von jedem Künstler für sich in Anspruch genommen

 

Geschlechtsorgane, primäre – sind bei künstlerischen Akten entweder ausgespart oder grandios überzeichnet (z.B.: vom Verfasser dieser Zeilen)

 

Gratis (1) – hätten die Künstler gerne Getränke / Atelier / Wohnung / Geliebte / Einzug in bedeutene Sammlungen

 

Gratis (2) – hätten Kneipiers / Vermieter / Geliebte / Sammler gerne die Kunst

 

Halbwertszeit, künstlerische – geringer als bei den meisten Spaltprodukten einer Kernschmelze

 

Hartz IV – dafür reicht es allemal

 

HIV – sollte es zumindest für Künstler nicht geben (siehe Aktstudium)

 

Hobby – anderes Wort für Kunst

 

Hoffnung – stirbt als letztes. In der Kunst nie 

 

Humor – "does humor belong in music" fragte Frank Zappa bei seinem Konzert "The Pier in New York City ( 26. August, 1984)?" In der bildenden Kunst ist die vergleichende Frage bis heute weit weniger eindeutig beantwortet. Zu meinem Bedauern

 

Idee, keine – notwendiger Bruch in der Entwicklung

 

Idee, künstlerische – eine reicht für gewöhnlich ein Weilchen (eine zweite nennt sich logische Weiterentwicklung, die dritte dann Spätwerk)

 

Inspiration – Ruhm, Ehre, vor allem jedoch der erhoffte Erfolg bei möglichen Sexualpartnern

 

Installationen – mit ungeeignetem Material Nutzloses herstellen (fragen Sie Ihren Installateur)

 

Internetauftritt (1) – ohne hat man keine Mark-Chancen (mit unwesentlich höhere)

 

Internetauftritt (2) – sollte alle paar Jahre mal wieder aktualiriert werden (jugendlicheres Porträtfoto)

 

Jargon, künstlerischer – mindestens so unangenehm wie der von Event-Managern

 

Jenseits – von Gut und Böse sind die Erfolgschancen von Sozialwanderern, Raumpflegern und Künstlern (aller Sparten)

 

Kollegen (1) – gibt es nicht. Nur Konkurrenz.

 

Kollegen (2) – was tun, wenn Höherbegabte auch keinen Erfolg haben, beziehungsweise das übliche Dilettanten-Pack sich erstaunlich gut durchschlägt?

 

Kollegen (3) – geben Anlass für freundliche Beleidigungen: Du bist der Beethoven der bildenden Kunst – nämlich blind

 

Köln/Düsseldorf – Köln/Düsseldorf dürfen vor Ort nicht in einem Atemzug erwähnt werden (Kölsch/Alt, Kunstmarkt/Kunstakademie, Karneval/Karneval)

 

Konkurrenz (1) – gibt es nicht. Nur Kollegen.

 

Konkurrenz (2) erfolglos – es gibt doch so etwas wie eine Gerechtigkeit

 

Konkurrenz (3) erfolgreich – in Ausnahmefällen sollte Euthanasie obligat sein

 

Kunst am Bau – netter Nebenverdienst (von Architekten – falls doch mal Künstler zum Zuge kommen, wird’s auch nicht besser)

 

Kunst, große – findet an 10 Quadtatmetern / 1000 Stück / 1 Tonne / 100 Kubikmetern / 100.000 € statt. Deshalb sieht man sie bevorzugt in großen Museen (siehe Museen, große)

 

Kunstforum – endlich drin (leider in einem Scheiß-Artikel)

 

Künstler – ohne sie wäre das Leben ärmer (vor allem das der Kunst- und Künstlerbedarfshändler)

 

Künstler-Verbände – eine unerfreuliche Zusammenrottung gescheiterter Dilettanten

 

Künstlerischer Erfolg – Hey, schon wieder zwei Zeichnungen verkauft. Und das nach nur drei Jahren!

 

Künstlerischer Misserfolg – in spätestens drei Jahren wieder vorbei!

 

Leben von der Kunst / für die Kunst / mit der Kunst / ohne Kunst – interessiert jeweils niemanden wirklich

 

Lebenslauf – Bewerbung ins Nichts

 

Lebenswerk – das schafft zum Glück jeder!

 

Lektorat – jeder Schriftsteller freut sich üner einen guten Lektor. Bildende Künstler verteidigen notfalls mit Waffengewalt selbst ihre offensichtlichen Fehler

 

Mainstream, künstlerischer – dem sind die Kollegen verhaftet

 

Malerei – so ist das gemalte Bild richtig bezeichnet (Zeichnung, Plastik, Installation, Performance, Video, Bastelei (...) sind ebenfalls korrekte Namen für die jeweiligen Sparten, das verallgemeinernde Wort Kunst sei nach Möglichkeit zu vermeiden)

 

Marktwert (1) – wichtiger Parameter zur Feststellung der Versicherungssumme bei Ausstellungen (wird im Schadensfall für gewöhnlich nicht ausgezahlt – Versicherungen beschäftigen inzwischen Spezialisten / Realisten)

 

Marktwert (2) – Kann man leicht selber steigern (siehe Damien Hirst, „for the love of god“, Technik: 8601 Diamanten auf Platinschädel, Materialwert ca. 15 Millionen Pfund, Verkaufswert 50 Millionen Pfund, gezahlt durch ein Konsortium, dem Hirst angeblich selber angehört)

 

Mundgeruch – läßt sich angeblich nicht malen. Edvard Munch ist es gelungen 

 

Murks – ein wunderbares Wort, fast ausgestorben. Dafür sind wohl Bildende Künstler und ihre Galeristen verantwortlich

 

Museen, große – zeigen große Kunst, sie haben den Platz dafür (siehe auch Kunst, große)

 

Musen – die neun olympischen wären Klio, Melpomene, Terpsichore, Thalia, Euterpe, Erato, Urania, Polyhymnia und Kalliope. Die neun gegenwärtigen sind gleichzusetzen mit den sieben Todsünden (Hochmut, Geiz, Wollust, Zorn, Völlerei, Neid, Faulheit) – neu dazu kämen Blödheit und Kunstforum

 

Mysterium –  Gemeint ist ein Sachverhalt, welcher sich der eindeutigen Aussagbarkeit und Erklärbarkeit prinzipiell entzieht – nicht einfach eine nur schwer mittelbare oder zufällig verschwiegene Information (Wikipedia). Also der Kunstbetrieb

 

Nachlass – hervorragende Möglichkeit, durch ein umfassendes Lebenswerk die Nachwelt über lange Zeiträume zu ärgern

 

Naturstudium – jederzeit durch mangelnde Vorstellungsgabe zu ersetzen

 

Nihilismus –  bezeichnet allgemein eine Orientierung, die auf der Verneinung jeglicher Seins-, Erkenntnis-, Wert- und Gesellschaftsordnung basiert (erneut Wikipedia). Erneut: der Kunstbetrieb

 

Obsoleszenz – ein Begriff, der in der Bildenden Kunst ungern gebraucht wird, aber durch die Existenz der Aservatenkammern unserer Museen belegt ist 

 

Oligarchie – ist immer abzulehnen, es sei denn ein Oligarch spielt sich als Kunstförderer auf (siehe Hoffnung)

 

Originär – ist in der Kunst alles – also nichts

 

Originalität – ersetzt handwerkliches Können

 

Opferbereitschaft – wird gerne von Künstlern erwartet. Erfüllt wird sie jedoch vom Sammler

 

Performance – Zugrunde liegt meistens eine Idee, die selbst für ein kleines Bühnenstück nicht ausreicht

 

Postbote – beliebter Nebenjob unter Bildenden Künstlern (Paketpostbotentum ist eher unter Literaten verbreitet, siehe auch Elmar Tannert „Ausgeliefert“, 2005 ars vivendi Verlag, ISBN 9783897166943)

 

Prokrastination – Segen oder Fluch (wäre Alzheimer nicht konsequenter)?

 

Prostitution – es fällt schwer, immer auf die selbe Erklärung zurückzugreifen, daher nur einmal noch (vorraussichtlich): das betreibt ausschließlich der Kollege

 

Qualität (1) – wird immer groß geschrieben (schlagen Sie im Duden nach)!

 

Qualität (2) – Ein Urteil darüber ist in der Kunst nicht möglich. Behaupten viele Künstler. Das es ihnen so geht, muss angenommen werden (siehe Dilletantismus)

 

Quantität – künstlerisches Synonym für Qualität

 

Rentenalter – wird ohnehin nicht erreicht (siehe auch: Alkohol/Drogen)

 

Rotmarderpinsel – damit kann nur Kunst entstehen. Von diesem weit verbreiteten Irrglauben lebt die Firma Da Vinci 

 

Ruhe, innewohnende – wird Künstlern gemeinhin unterstellt. Jede Hauptversammlung eines Künstlerbundes beweist das Gegenteil

 

Sammlungen (1) – sollte man die Eltern/Geschwister/Freunde erwähnen?

 

Sammlungen (2) – durch Schenkungen die Museen zur Weißglut treiben (eine bewährte Praxis, sich am Kunstbetrieb zu rächen und dabei auch noch die eigene Vita zu schönen)

 

Scheitern (1) als Prinzip ­– klasse Ausrede

 

Scheitern (2) auf hohem Niveau – scheitern auf niedrigem Niveau – was ist besser (und für wen)?

 

Selbstmord/Selbstverstümmelung – siehe Vorurteile

 

Stipendien und Reisen – andere nennen es Kreativurlaub (eine Woche Penner in London/New York oder ein halbes Jahr Malerfürst in einem beliebigen Nachfolge-Staat des ehemaligen Jugoslawiens – was zählt mehr?)

 

Talent – erleichtert nichts (daher auch nicht zwingend erforderlich)

 

Talfahrt, künstlerische – setzt nicht zwingend eine Bergfahrt voraus

 

Ultramarin – Lieblingsfarbe ambitionierter Hobbymaler, ermöglicht sie doch ambitionierte Kunstbetrachter darauf hinzuweisen, dass Yves Klein diese Farbe ja nicht für sich gepachet hat (aber patentiert, 1957)

 

Untergrund, künstlerischer – Tummelplatz für Künstler, die von der Akademie/Fachhochschule/Fachoberschule/Volkshochschule abgelehnt wurden

 

Vernissage – Sollten Sie zu einer Ausstellungseröffnung gehen, versuchen Sie Ihre Ratlosigkeit durch wichtiges Herumstehen zu kompensieren. Vermeiden Sie bei Gesprächen mit dem Künstler auf sein Werk einzugehen. Dieser ist meist ähnlich ratlos wie Sie selber. Bedanken Sie sich nur für seine Anwesenheit. Er wird sich auch bei Ihnen bedanken. Sollten Sie mit dem Galeristen in ein Gespräch kommen, loben Sie ihn für die geglückte Getränkeauswahl. Sollten die Getränke tastsächlich gut sein, bitten Sie ihn um weitere Einladungen

 

Veröffentlichungen – Kataloge, das teuere Altpapier (oder auch: wer schreibt das verdammte Vorwort?)

 

Vorurteile, nicht auszurottende – der Künstler sei gefährdet (Van Gogh, Lehmbruck, Fruhtrunk, Schwarzkogler, uva.)

 

Wie begegnet man der Frage können Sie denn von der Kunst leben? – ab wann ist Waffengewalt legitim? Beziehungsweise: wie definiert sich Notwehr? Oder auch: steht der Künstler in Ausnahmesituationen über dem Gesetz?

 

Wiedererkennungswert – geniale Marktstrategie (wird auch künstlerische Handschrift genannt)

 

X – wird in der bildenden Kunst gerne für ein U vorgemacht (aber auch in Fleischereifachgeschäften)

 

YouTube – Forum für Kurzfilme (die selbst bei Kunst-Film-Festivals abgelehnt werden)

 

Zitate – Künstler werden stets ohne Quellenangaben zitiert (vor allem Joseph Beuys: „jeder ein Künstler/jeder ist ein Künstler/jeder Mensch ist ein Künstler“), meist von jenen herbemüht, bei denen diese Kernaussage eher nicht zutrifft. Beinahe ebenso häufig: „wenn zu perfekt, lieber Gott böse“ von Nam June Paik, gerne angewandt, wenn mal wieder überhaupt nichts geklappt hat (vor allem von mir). Andere Künstler werden nicht zitiert

 

3%**** – die Zahl derer, die von ihrer Kunst leben können

 

97%**** ­– die Zahl derer, die trotz ihrer Kunst leben können 

 

 

*                   unterliegt strenger Überwachung durch ein Fachgremium, nämlich mir.

**                 die Verantwortung der Kunstakademien ist höher als oft angenommen

***               ... oder auch umgedreht

****            Diese Zahlen tauchen immer wieder auf, sind unbewiesen und werden  gerne in leicht verbitterter Form vorgetragen

 

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Das Lexikon ist Ausschnitt meines Artikels für den Katalog der Ausstellung ...und der Gewinner ist... Sie eröffnete am 18. April 2012 im Künstlerhaus Nürnberg

Im Unterschied zu der gedruckten Form wird das digitale Lexikon ständig aktualisiert und erweitert.

 

http://www.kubiss.de/kultur/info/kuf/Kunstvilla/html/ausstellungsvorschau.html